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Der Hoetger-Flügel der Großen Kunstschau Worpswede zeigt überwiegend die Gemälde der Gründer der Künstlerkolonie Worpswede. Die Kolonie wird ab 1895 begründet und maßgeblich von Heinrich Vogeler und seinen Künstlerkollegen Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Fritz Overbeck und Hans am Ende geprägt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts kommen Schüler und Schülerinnen hinzu, deren bekannteste Vertreterin Paula Becker ist, die 1901 Otto Modersohn heiratet. Auch Clara Westhoff und Rainer Maria Rilke sind bekannte Bewohner von Worpswede in jener Zeit.
Die bekanntesten Exponate sind: „Sommerabend” (1902/1905) von Heinrich Vogeler, „Mondnacht” (1900) von Carl Vinnen, „Torfkähne auf der Hamme” (1904) von Fritz Mackensen, „Weites Land” (um 1900) von Hans am Ende und „Junge am Wasser” (1904) von Paula Modersohn-Becker. Mit Hilfe der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Niedersachsen, des Landkreises Osterholz und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung konnten große Teile der Kunstsammlung 1986 angekauft werden. Seit dem 21. 12. 1999 hat die Kulturstiftung Landkreis Osterholz alle Verpflichtungen übernommen und sichert den Kunstbestand und den Gebäudekomplex für nachfolgende Generationen und damit auch für die Zukunft der Künstlerkolonie Worpswede.
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Fritz Mackensen (* 8. April 1866 in Greene bei Kreiensen; † 12. Mai 1953 in Worpswede) ist der erste Maler in Worpswede. Als Student der Düsseldorfer Kunstakademie kommt er ab 1884 regelmäßig in den Sommermonaten zum Malen hierher, bald gefolgt von seinem Studienkollegen Otto Modersohn. 1889 entschließen sich beide, nicht mehr an die Akademie zurückzukehren; der Grundstein für die erste Worpsweder Malervereinigung ist damit gelegt. Eine Auszeichung von Mackensens Gemälde "Gottesdienst im Freien" 1895 leitet den schnell wachsenden Ruhm des Künstlerdorfs und die Etablierung des Namens Worpswedes in der geutschen Kunstlandschaft ein.
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1908 Wird Mackensen Professor an der Kunstakademie in Weimar, von 1910 bis 1935 deren Direktor. In den Jahren 1933 bis 1935 leitet er die "Nordische Kunstschule" in Bremen (der heutigen Hochschule für Künste Bremen).
Im Jahr 1953 stirbt Fritz Mackensen in Worpswede, als letzter jener Genertation von Malern, die das Dorf im Moor weltberühmt machte. Sei malerisches Werk hat trotz der Landschaftsbezogenheit im Figürlichen seinen Schwerpunkt, in naturalistischen Studien des bäuerlichen Lebens, aber auch in einer heroischen Verklärung des Einfachen.
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Friedrich Wilhelm Otto Modersohn (* 22. Februar 1865 in Soest, Westfalen; † 10. März 1943 in Rotenburg (Wümme)) gehört zu den ersten und beständigsten Malern in Worpswede. 1884 begann er an der Kunstakademie Düsseldorf zu studieren, 1888 wechselte er zur Kunstakademie Karlsruhe.
Im Juli 1889 traf er sich mit Fritz Mackensen und Hans am Ende in Worpswede, wo sie die Künstlerkolonie Worpswede gründeten.
1897 heiratete er Helene Schröder, die ihm 1898 eine Tochter (Elsbeth, † 1984) gebar. 1899 verließ Modersohn die Künstlervereinigung. Seine Frau starb 1900, aber schon ein Jahr später heiratete er die Malerin Paula Becker.
Nach vorübergehender Trennung kehrten sie 1907 zusammen nach Worpswede zurück, wo im selben Jahr ihre Tochter Mathilde („Tille“) geboren wurde. Paula Modersohn-Becker starb kurz nach der Geburt an einer Embolie.
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Seine stimmungsvollen Landschaftsschilderungen, denen ein romantisches Naturgefühl zugrunde liegt, sind bereits vor der Jahrhundertwende zu einem Inbegriff der Worpsweder Malerei geworden.
1908 zog Modersohn ins benachbarte Fischerhude und heiratete 1909 seine dritte Frau, Louise Breling, mit der er zwei Söhne hatte (Ulrich, *1913 † 1943 und Christian, *1916).
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Hans am Ende (* 31. Dezember 1864 in Trier; † 9. Juli 1918 in Stettin) kommt als Begleiter Otto Modersohns 1889 erstmals nach Worpswede, um 1895 endgültig hier zu bleiben. Sein durch die Ausbildung an der Münchner Akademie beeinflusster malerischer Stil ist lichthell in der Farbigkeit und klassisch in der komposition. Als Maler ist der Portraitist und vor allem Landschafter; Idylle und Pathos sind in seinem Werk harmonisch vereint. Einflussreich wird am Ende in Worpswede auch als Radierer, zu saeinen Schülern in dieser Technik zählt u.a. Heinrich Vogeler.
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Am ersten Weltkrieg nimmt Hans am Ende freiwillig teil und stirbt 1918 an den Folgen einer Verwundung.
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Fritz Overbeck (* 15. September 1869 in Bremen, † 7. Juni 1909 in Bröcken bei Bremen-Vegesack; eigentlich August Friedrich Overbeck) lernt Otto Modersohn und Fritz Mackensen an der Düsseldorfer Akademie kennen und reist 1892 erstmals nach Worpswede, bevor er zwei Jahre später ganz an diesem Ort bleibt. Seine Gemälde leben von einer koloristischen Deutung der Moorlandschaft, von stimmungsvollen Inszenierungen einfachster Motive durch Farbe. Der Himmel als Raum des reinen Lichts spielt in vielen Arbeiten Overbecks eine übergeordenete Rolle. Als Worpswede durch eine ständig wachsende Zahl von anreisenden Künstlern unruhig zu werden beginnt, zieht sich Overbeck 1905 als erster aus der Gruppe der alten Worpswede Maler zurück und lebt bis zu seinem frühen Tod in Bröcken bei Vegesack.
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Carl Vinnen (* 28. August 1863 in Bremen; † 16. April 1922 in München) lebte auf dem Famileingut Osterndorf bei Beverstedt und wird nur bedingt zum engen Kreis der ersten Worpsweder Maler gezählt. In den Anfangsjahren ist er ein wichtiges element der Gruppe und wird anlässlich der bedeutenden Ausstellung 1895 in München noch als der Führer der Worpsweder Maler genannt. Wenige Jahre später distanziert er sich von der Malervereinigung und will fortan nicht mehr mit ihr in Verbindung gebracht werden. Sein malerisches Werk lebt von einer monumentalen Naturauffassung, die er an Moorlandschaften ebenso wie an Meeresdarstellungen entwickelt.
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Johann Heinrich Vogeler (* 12. Dezember 1872 in Bremen; † 14. Juni 1942 im Kolchos Budjonny bei Kornejewka, Karaganda, Kasachstan) war ein deutscher Maler, Grafiker, Architekt, Designer, Pädagoge, Schriftsteller und Sozialist. Er ist das jüngste und zugleich letzte Mitglied der alten Worpsweder Malervereinigung, der er 1984 nach seinem Studium an der Düsseldorfer Akademie beitritt. Bis zur Jahrhundertwende entwickelt sich Vogeler zu einem der bedeutendsten Repräsentanten des deutschen Jugendstils und findet, vor allem als Grafiker und Gestelter, nationale und internationale Anerkennung.
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Als die Wirkung des Jugendstils beim Publikum spürbar nachlässt, sucht Vogeler neue künstlerische Orientierungen. Der Erste Weltkrieg, an welchem er freiwillig teilnimmt, setzt eine Wende in sein Leben. Zurückgekehrt und zu einem überzeugten Pazifisten und sozialisten geworden, versucht er, seiner Weltanschauung auch als Künstler gerecht zu werden. Sein Werk gewinnt expressionistische Züge, in denen sich seine politische Haltung äußert. An 1923 reist Vogeler regelmäßig nach Moskau. 1924 lässt er sich in Berlin nieder, bevor 1931 ganz in die Sowjetunion übersiedelt.
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Paula Modersohn-Becker (* 8. Februar 1876 in Dresden; † 21. November 1907 in Worpswede) ist eine der bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus. Sie kommt 1987 als Malschülerin Fritz Mackensens erstmals nach Worpswede und wird im Jahr darauf hier ganz ansässig. Nach einer erfolglosen Einzelausstellung 1899 in der Bremer Kunsthalle zieht sie sich mit ihrer Arbeit, von der bis zu ihrem Tod kaum Notiz genommen wird, ganz zurück. In zahlreichen Studienaufenthalten in Paris sucht sie Orientierungshilfen bei der zeitgnössischen Kunst, aber auch bei Vorbildern wie van Gogh oder Gauguin. Erst nach ihrem frühen Tod 1907 findet ihr um Schlichtheit und menschliche Wahrheit bemühtes Werk den Weg zu nationaler und internationaler Anerkennung.
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Clara Westhoff (* 21. September 1878 in Bremen; † 9. März 1954 in Fischerhude) war eine deutsche Bildhauerin.
Bereits im Alter von siebzehn Jahren zieht Westhoff nach München und besucht dort eine private Malschule. 1898 nimmt sie bei Fritz Mackensen in Worpswede Zeichen- und Modellierunterricht. In Worpswede freundet sie sich unter anderem mit Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker an und ist häufig Gast auf dem Barkenhoff des Künstlers Heinrich Vogeler. Dort lernt sie 1900 auch ihren späteren Ehemann, den Dichter Rainer Maria Rilke kennen.
1899 setzt Westhoff bei Carl Seffner und Max Klinger in Leipzig sowie 1900 bei Auguste Rodin in Paris ihre Ausbildung als Bildhauerin fort. Ein Jahr später heiratet sie am 28. April Rainer Maria Rilke, und sie ziehen in ein Nachbardorf Worpswedes, nach Westerwede. Dort hat Rilke ein Haus gekauft, für dessen Innenausstattung sein Freund Heinrich Vogeler gesorgt hat. Im Dezember 1901 kommt die gemeinsame Tochter Ruth auf die Welt.
Bereits im Sommer 1902 gibt Rilke die gemeinsame Wohnung auf und zieht nach Paris, um dort eine Monografie über Auguste Rodin zu verfassen. Clara Westhoff folgt ihm kurze Zeit später und bringt die Tochter zu den Großeltern. Die Ehe ist jedoch zerbrochen, da Rilke offenbar nicht für ein bürgerliches Familienleben geschaffen ist. Die freundschaftliche Beziehung zwischen Rilke und Clara Westhoff bleibt bestehen.
Im Jahr 1919 siedelt Westhoff mit ihrer Tochter nach Fischerhude über, wo sie bis zu ihrem Tod lebt. Aus ihrem Wohnhaus mit Atelier wird später das "Café Rilke", das auch heute noch besteht.
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